Wichtiger Hinweis zur Installation
Aufgrund aktuell gemeldeter Probleme sollte vor einer Installation des ISP 8.2.2 Servers der IBM Support proaktiv kontaktiert werden.
Informationen hierzu finden Sie z.B. in dem Known Issue Artikel der IBM: https://www.ibm.com/mysupport/s/defect/aCIgJ000000IC4LWAW/dt497983?language=en_US&myns=slc&mync=E&cm_sp=slc-_-NULL-_-E
Alternativ kann auch die ISP Server Version 8.2.1.200 installiert werden, die bereits einen Teil der Security Updates enthält. Diese wird aktuell als stabiler als das Release 8.2.2 beschrieben.
Ende Juli hat IBM mit der Version 8.2.2 das neue Release von IBM Storage Protect herausgebracht.
Server
Im Bereich der Server-Komponente führt IBM Storage Protect 8.2.2 eine verbesserten Hardware-Effizienz ein, sowie KI-gestützten Schnittstellen. Administrative Abläufe werden vereinfacht und die Performance im Umgang mit Cloud-Objekten gesteigert. Gezielte Sicherheitsfixes sowie neue Support-Funktionen stärken nachhaltig die Systemstabilität.
Stacking des Server Datenbank Backups: Effizientere Bandauslastung
Moderne Magnetband-Technologien (ab LTO-8) verfügen über enorme Speicherkapazitäten, die bisher bei der Sicherung der ISP-Datenbank oft nur zu einem kleinen Bruchteil genutzt wurden. Um diese Verschwendung von Speicherplatz zu vermeiden, führt IBM mit der Version 8.2.2 das sogenannte „Stacking“ ein.
Vorteile
Stacking bringt eine erhebliche Kapazitätsoptimierung: Es ist nun möglich, bis zu zehn vollständige Datenbank-Backups auf ein einziges Medium zu schreiben, anstatt für jede Sicherung ein neues Band zu belegen. Dabei können bis zu fünf Bänder parallel im sogenannten Round-Robin-Verfahren (reihum) genutzt werden, um die Backups zu verteilen.
Voraussetzungen
Diese Funktion wird für moderne Laufwerke ab der Generation LTO-8 unterstützt, wobei das Backup zwingend im Single-Stream-Verfahren erstellt werden muss.
Verwaltung der Medien
Da sich nun mehrere Sicherungen auf einem Band befinden, muss die Strategie für den Befehl DELETE VOLHISTORY` angepasst werden. Ein Band kann erst dann wieder als leeres Medium („Scratch“) zur Verfügung gestellt werden, wenn alle darauf gespeicherten Datenbank-Backups abgelaufen sind.
Unterstützung des Model Context Protocol (MCP)
Mit dem MCP für IBM Storage Protect (https://github.com/IBM/storage-protect-mcp-server/) können bestimmte Operationen über eine Konversation mit dem System gesteuert werden.
Dabei wird die gewünschte Aufgabe für den ISP-Server in natürlicher Sprache formuliert, die das MCP in die entsprechenden ISP-Kommandos übersetzt.
Dank der integrierten KI-Funktionen lassen sich auch mehrere Anweisungen in einer einzigen Eingabe (Prompt) bündeln und gemeinsam verarbeiten.
Call Home-Feature
Die neue Call Home-Funktion ermöglicht in regelmäßigen Abständen die Konfiguration und einige Informationen über das System an den Support zu senden. Eine proaktive Meldung von aufgetretenen Fehlern ist in der Funktion nicht enthalten.
Performance Verbesserungen im Zusammenhang mit dem Object Agent
Für Glacier Storage Objekte wurde eine neue Metadaten-Struktur eingeführt, die eine verbesserte Performance beim Query oder der Suche von Objekten erreichen soll.
Weiterhin wurde die Möglichkeit geschaffen, dass man die TLS-Encryption zwischen Server und Object Agent auf der gleichen Maschine deaktivieren kann, um die Performance für die Datenübertragung zu verbessern.
Included Fixes
Neben einer Anzahl von Big Fixes hat IBM auch wieder eine Reihe von Security Issues in DB2 und der genutzen Netty und Eclipse Komponenten gefixt.
Einige der Security Issues sind im CVSS-Score als High eingestuft. IBM hat entsprechende Security Flash Informationen versendet:
- https://www.ibm.com/support/pages/node/7282190
- https://www.ibm.com/support/pages/node/7282192
- https://www.ibm.com/support/pages/node/7282186
- https://www.ibm.com/support/pages/node/7282197
- https://www.ibm.com/support/pages/node/7282196
- https://www.ibm.com/support/pages/node/7282199
- https://www.ibm.com/support/pages/node/7282189
- https://www.ibm.com/support/pages/node/7282187
- https://www.ibm.com/support/pages/node/7282194
Client
Im Backup-Archive Client werden nun Red Hat Enterprise Linux 9.8 Systeme unterstützt.
Außerdem kann nun auch IBM Storage Scale 6.0.1 Systeme mit HSM verwendet werden. Hier ist der OS-Support im Vergleich zum normalen BA-Client allerdings für neue OS-Versionen noch nicht gegeben.
Anwender von NetApp OnTap 9.18 können nun auch die Snapdiff Funktionalität bei FlexGroup Volumes über den BA-Client nutzen.
Daneben hat IBM noch einige Probleme im Backup-Archive Client behoben.
Fazit
Das Release 8.2.2 von IBM Storage Protect stellt ein bedeutendes Update dar, das den Fokus auf Ressourceneffizienz und moderne Bedienkonzepte legt. Durch das neue „Stacking“ wird die Kapazität moderner Tape-Medien bei Datenbank-Sicherungen deutlich besser ausgenutzt. Die Unterstützung des Model Context Protocols (MCP) bietet eine intuitive, KI-gestützte Systemsteuerung mittels natürlicher Sprache.
Zusammen mit den Performance-Optimierungen im Bereich Object Storage, der erweiterten Unterstützung für aktuelle Plattformen wie Red Hat Enterprise Linux 9.8 und der Behebung kritischer Sicherheitslücken bringt IBM Storage Protect 8.2.2 wichtige Verbesserungen für einen stabilen und zukunftssicheren Backup-Betrieb.
Sie haben Fragen zu IBM Storage Protect 8.2.2. oder generell zu ISP? Schreiben Sie mir einfach eine Mail.
Dr. Christian Biermann, Senior Consultant
Telefon +49 174 3022117