Expert GuideNutzen von Pre- und Postscripts zur applikationskonsistenten Sicherung in Spectrum Protect Plus

Oliver Ladage — 29. November 2021
Lesezeit: 2:20 Minuten

Spectrum Protect Plus bietet moderne Möglichkeiten, virtuelle Maschinen auf VMWare Basis zu schützen. Dies funktioniert zuverlässig, sofern keine Applikation auf der virtuellen Maschine ausgeführt wird, die nicht durch einen Dateisystembasierten Snapshot konsistent gespeichert werden können.

Von dieser Einschränkung sind zum Beispiel relationale Datenbank Systeme (RDBMS) betroffen, die eine transaktionsbasierte Konsistenz innerhalb der Applikation nutzen. Diese virtuellen Maschinen werden bei der Sicherung nur crash konsistent, also in gleicher Weise, als ob die Maschine im laufenden Betrieb stromlos geschaltet würde, geschützt. Das kann dazu führen, dass Datenbankdateien bei einem Restore inkonsistent sind und die Applikation nicht starten kann.

Um dem Problem vorzubeugen, bietet Spectrum Protect Plus die Möglichkeit, vor der Sicherung der virtuellen Maschine die Applikation über ein Skript (Prescript) in einen konsistenten Zustand zu versetzen, oder eine Sicherung der Applikation auszulösen.

Wir haben ein neues ERP-System namens Vertec. Vertec integriert als Gesamtlösung alle Prozesse eines CRM sowie ERP Systems und nutzt dazu eine Firebird Datenbank. Damit die Datenbank konsistent gesichert wird, muss auf dem Vertec-Server ein Script mit gbak ausgeführt werden. Dadurch wird die Datenbank im Verzeichnis E:\ gesichert und das Backup auf das Laufwerk F:\ geschoben.

 

Nun kann man aber mit IBM SPP für die Sicherung ein PreScript ausführen lassen. Damit lässt sich genau vor dem Backup der VM die Sicherung der Datenbank ausführen. Somit hat man immer, wenn das Backup der VM erfolgt, vorher ein Backup der Datenbank.

Dieses Script erhielten wir von dem Hersteller und haben es für uns angepasst. Dies funktioniert auf dem Vertec-Server selbst:

"E:\Program Files\Firebird 4.0\gbak.exe" -b 
"E:\Program Files\Vertec\DB\vertec.fdb" 
"F:\BackupDB\vertec.fbk" -user SYSDBA -password ****

Dies haben wir im Spectrum Protect PLus unter System Configuration als Script hinterlegt.

Dazu benötigt Spectrum Protect Plus noch einen ScriptServer, auf dem dieses Script ausgeführt wird. Hierzu haben wir den Vertec-Server hinzugefügt, da auf diesem das Script vor dem Backup laufen soll.

Danach haben wir für den Vertec-Server eine neue SLA im Spectrum Protect Plus erzeugt, da Spectrum Protect Plus sonst bei allen VMs das PreScript ausführen würde und dies möglicherweise zu Fehlern führen würde.

Die neue SLA haben wir der Vertec VM hinzugefügt.

Beim Hinzufügen der SLA haben wir außerdem noch in den Optionen unter "Agent Options" einen User für das File-Indexing hinzugefügt, damit einzelne Dateien restored werden können.

Als nächstes mussten bei SLA Policy Status bei der SLA (in unserem Fall Gold_Vertec) die "Policy Options" angepasst werden.

Hier ist nicht zu vergessen, den Haken für PreScript zu setzen und erst dann das Script und den Script Server auszuwählen.

Zu empfehlen wäre es, auch den Haken bei "Continue job/task on script error" zu setzen, damit er im Fall eines Fehlers beim Script die VM trotzdem sichert.

Am Ende wird mit Save gespeichert.

Nun kann man ein Ad hoc Backup für die VM mit dem PreScript durchführen. In der Sicherung sollte man nun sehen, dass zuerst das Script ausgeführt wird, bevor die VM gesichert wird.

Oliver Ladage 

Oliver Ladage ist seit 2019 im Bereich Empalis Managed Service tätig. Der Informatiker ist als Junior Service Engineer vielseitig in Umgebungen wie Windows, Microsoft und VMWare unterwegs. Im Bereich Backup- und Recovery Management sind seine Schwerpunkte insbesondere IBM Spectrum Protect, IBM Spectrum Protect Plus und Veeam - auch in der Cloud.

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